´heißes´ Thema : Preisverhandlungen

Alles, was mit akustischer Gitarrenmusik zu tun hat und sonst nirgends hineinpaßt

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Paeida
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Beitrag von Paeida »

Hach, das Forum macht doch bedeutend mehr Spaß, als die Bücher, über denen ich eigentlich brüten müsste... :-)
TorstenW
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Beitrag von TorstenW »

Ich seh das etwas differenzierter:
eine Gitarre ist für mich grundsätzlich ein einmaliges Stück. Serienstreuung gibt es, und zwar zum Teil gewaltig, zum andern spielt noch mit rein wie lange eine Gitarre im Laden hängt und wieviel sie gespielt wurde.

Wenn ich eine Gitarre kaufe(n will), dann eben das explizite Stück, dass ich da in der Hand habe.
In dem Fall find ich die Argumentation "bei Online-Händler xyz gibt's die aber 50€ billiger" relativ sinnbefreit.
Generell bin ich durchaus bereit den angeschriebenen Preis zu zahlen. An 50€ soll es bei einer 2000€ Gitarre nicht scheitern.
Zudem bin ich froh, dass ich in meiner Umgebung innerhalb einer Stunde wirklich ein halbes Dutzend gut ausgestatteter Musikläden habe. Das unterstütze ich in dieser Form auch gerne. Ich bin der totale Anpiel- und Vergleich-Typ. Wenn es nur noch Onlineversandhändler gäbe, wäre mir diese Möglichkeit genommen. Und letztlich geht die Entwicklung genau dahin.

Der eine oder andere kennt ja vmtl das Musiker-Board und den Laden Musik-Service. Selbst die mussten ihr Ladengeschäft schließen, weil es sich nicht mehr rentiert hat, und zum Teil ist es eben auch die Mentalität der Leute, die immer noch was raushandeln wollen.

Auf der anderen Seite versteh ich aber auch die Leute, wenn die Preise im Laden deutlich überzogen sind. Ist mir letztens mal passiert, als ich schnell Saiten kaufen wollte (Hannabach Goldin): kostet im Netz etwa 18€. Im Laden wollten sie 28€.. Die kauf ich dann auch nicht. Da verhandle ich auch nicht mehr.
Letztlich werden sich die Geschäfte spezialisieren müssen. Ich kenn jetzt schon Geschäfte die quasi dazu übergehen relativ unbedarfte Anfänger "auszunehmen". Die also nur Gitarren bis 500€ anbieten, zu recht hohen Preisen in der Hoffnung, dass jmd der anfängt Gitarre zu spielen nicht seine erste Gitarre im Netz kaufen will. Das ist ja auch völlig okay und vmtl durchaus ein System mit Überlebenschance.
Und es gibt natürlich das Gegenteil, was jetzt Tommy in Viersen gemacht hat: Nur noch hochpreisige Gitarren anbieten, die man sonst nirgendwo bekommt.
Den typischen "ich hab von allem was da" Musikladen, sehe ich aber in Zukunft deutlich schwinden, weil da die Konkurrenz von Thomann und Amazon doch extrem reindrückt.

Von daher kaufe ich Dinge wie Gitarren gerne in Läden vor Ort, zahle da auch gerne mal etwas mehr, aber mache auch nicht jedes Spielchen mit, grad wenn es um Zubehör etc geht, dass man bei spezialisierten Händlern eben 30% billiger bekommt.
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Holger Hendel
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Beitrag von Holger Hendel »

Die also nur Gitarren bis 500€ anbieten, zu recht hohen Preisen in der Hoffnung, dass jmd der anfängt Gitarre zu spielen nicht seine erste Gitarre im Netz kaufen will. Das ist ja auch völlig okay und vmtl durchaus ein System mit Überlebenschance.
Überlebenschance für so ein, aus meiner Sicht, verl... System? Das will ich nicht hoffen.

Für mich ist das alles andere als ok. Wenn einer meiner Schüler´ne Schrottgitarre für 140 Kohlen angedreht bekommt der gegenüber jede Harley Benton (Hausmarke von Thomann) besser ist (für 80 Kohle sogar besser ausgestattet, mit PU und cut) - dann ist das für mich nicht ok. Da sehe ich als Vermittler z.T. auch meine Pflicht darauf hinzuweisen, dass es nun mal auch hätte anders laufen können. Es ist dann natürlich nicht an mir da ggf. noch mal vorzusprechen doch wenn dann noch nicht mal Kulanz bzgl. Halsjustierung gewährt wird...dann trägt das nicht gerade zur Aufbesserung des Bildes der kleinen Händler bei mir bei. Während mich große Händler bisher nur sehr selten enttäuscht haben.

k.A. ob das nur hier in meiner Gegend so ist bei den kleinen Händlern (gerne der Klassiker: Gitarrenladen mit angeschlossener Musikschule...da ist mMn Vorischt geboten) Soltau, Fallingbostel, Lüneburg, Munster, Walsrode...die nächste gute Adresse die mir bekannt ist ist in Hamburg, und (bedingt) Hannover.
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Hanjo

Beitrag von Hanjo »

Ehrlich, ich verstehe die meisten Argumente nicht.

Fast jeder Händler ist bereit, etwas entgegenzukommen. Ein Gigbag, ein Ständer, Skonto oder was auch immer. Danach zu Fragen und auch vorher eine Vorstellung über Mitbewerberpreise zu haben, ist doch nichts ehrenrühriges.
Und wenn der eine Händler besser berät und mehr Auswahl hat, dann kann ich auch einen etwas höheren Preis verkraften.

Ich finde nicht das Problem für den Händler schlimm, dass man noch etwas feilschen möchte, sondern wie man es tut.

Wir bilden uns ein, das Entscheidungsfindungen rational sind. Sind sie nicht!
Wir haben zuhause Gitarren und Gerümpel rumstehen, wo wir uns hinterher fragen, ob das wirklich sein mußte. Klar es gibt immer ein paar rationale Gründe um eine Entscheidung zu rechtfertigen. Aber der Bauch entscheidet halt zu 50 % mit.

Nicht nur unser Bauch entscheidet. Auch der des Verkäufers. Der cool daherkommende Interessent, der sich durch Zufall in die Gitarrenapotheke verirrt hat, wird nicht immer die richtige für die höchsten Rabatte haben.

Häufig wird von einer WIN-WIN Situation bei Verhandlungen gefaselt und man bewegt sich WIN-WIN auf der Sachebene. Es ist durchaus möglich
20 % bei einem Händler zu bekommen, und der fühlt sich gut dabei und am nachsten Tag schmeißt der Händler jemanden raus, der dummdreist 10 % gefordert hat.

Mir ist natürlich klar, wenn jemand hier im Forum im Vertrieb tätig ist dann ist er über jede Bauchentscheidung erhaben und arbeit sachlich wie ein
Pentium Prozessor. Aber in der Mehrheit wollen auch Händler respektvoll behandelt werden. Und wenn ich aufgrund der tollen Beratung und nach Probehören nun eine Gitarre gefunden habe die halt nicht 800 Euro (mein maximaler Preisrahmen) sondern 998 kostet, dann wird der Händler bei meiner sehnsuchtsvollen Unentschlossenheit vielleicht kreativ. Und wenn ich den Internetpreis vorsichtig anbringe ohne ihn vor den Kopf zu schlagen, schadet das wohl auch nicht.

Geld zu verschenken haben meist nur die Leute, die keins haben. Günstig
einkaufen wollen und Geiz-ist-Geil Mentalität ist etwas völlig anderes.
Freude am Konsum haben und Freude bei den Händlern auszulösen widerspricht sich nicht.

Gruß Hanjo
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Holger Hendel
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Beitrag von Holger Hendel »

Nu ja - viel hängt ja auch daran, wieviel der einzelne weiß über das, was er kauft. Mal meinen Dad als Beispiel: der ist Rentner, schaut total gern Fernsehen, mehrere Stunden am Tag. Man kann also sagen, die Anschaffung eines tollen Fernsehgerätes würde sich schon lohnen, für jemanden, der so lange damit zu schaffen hat (trauriges Beispiel, i know - doch so ist es nun mal). Ich war live dabei wie ein Verkäufer meinem technisch unbedarften Dad einen hochpreisigen Fernseher mit zig Funktionen andrehen wollte. Wobei mein Dad sich wirklich so "dumm" gegeben hat, wie er ist - der braucht nur die Anschalttaste, Prog. weiter und zurück, laut / leise, Videotext, das war´s. Ach ja, Abschalttaste, ganz wichtig. ;) Jedenfalls war das für mich ein hammerhartes Negativbeispiel für einen Verkäufer. Und ich finde sowas komplett ehrlos, wirklich. Es mag ein hartes Pflaster sein, sicherlich ist es das. Ich hatte und habe auch damit zu kämpfen meine Erfindung, Buch, Cds im Handel zu platzieren, keine Frage. Doch für mich gibt es eine "allgemeingültige Schmerzgrenze" und die ist dann erreicht oder überschritten, wenn offenkundige Laien hart übern Tresen gezogen werden. Bei meinem Dad habe ich dann nach einiger Zeit interveniert und es ist am Ende ein von der Bilddiagonale her gleich großer, jedoch ca. 500 Kohle günstigerer Fernseher geworden als der empfohlene.

Wenn ich jetzt also genau weiß, was ich will - dann kann ich viel besser bewerten, was mir der Spaß wert ist bzw. nicht wert ist.

Wenn ich jedoch mitbekomme, wie - in meinen trüben Augen - tatsächlich ehrlich von der Musik begeisterte Menschen abgezogen werden in best. Instrumentenläden - das geht nicht spurlos an mir vorbei denn irgendwo bin auch ich Bestandteil dieser Branche und habe gewissermaßen auch eine Neugier dafür, was meine Mitbewerber so treiben. Und das geht - zumindest für mein Verständnis - teilweise absolut nicht klar.
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Hanjo

Beitrag von Hanjo »

Holger,

klar gibt es diese Beispiele von unseriösen Händlern, und es gibt halt die Beispiele von dummdreisten Käufern.

Aber eigentlich hat es mit dem Thema nicht wirklich zu tun. Und dann,
im zweiten Nachdenken irgendwie doch. Ich weigere mich unvorbereitet einzukaufen. Und ich weigere mich jeden Verkäufer unter Generalverdacht zu stellen. Wenn ich im Sinne des Threads vielleicht sogar noch einen kleinen Vorteil rausholen möchte, dann klappt das am ehesten, wenn ich in den Laden gehe mit der Überzeugung, dass mir dort vielleicht geholfen wird.

Der Verkäufer muß die Chance haben Top oder Flop zu sein. Einkaufen wird sonst zur Selbsterfüllenden Prophezeiung.

Beste Grüße Hanjo
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Manati
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Beitrag von Manati »

Wir leben nun mal in einer Marktwirtschaft, und da finde ich es völlig normal, als Kunde nach Preisnachlass zu fragen, den Markt zu kennen und seine Gegebenheiten ggf. auch zum Argumentieren zu benutzen.

Es steht dem Händler selbstverständlich frei, sich auf ein Verhandeln des Preises einzulassen oder eben auch nicht, ebenso wie es mir als Kunden freisteht, ein Angebot von ihm anzunehmen oder nicht.

Ich sehe darin keine moralische Frage. Und ein "Schnäppchenjäger" bin ich auch nicht.
"Real stupidity beats artificial intelligence every time."
Terry Pratchett, 1948 - 2015
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Holger Hendel
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Beitrag von Holger Hendel »

Stimmt, der Käufer einer derart hochpreisigen Klampfe sollte schon wissen, was er tut. Im Gegensatz zu meinem Dad, der wohl tatsächlich den teuren Fernseher nach Hause gebracht hätte.

Im besagten Segment 2500 - 4000 Kohle war ich noch nie einkaufen. Bei der auf NP 199x € (an die letzte Zieffer kann ich mich nicht mehr erinnern) angegebenen Lakewood samt Koffer waren damals ca. 50 € Nachlass drin.
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clone
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Beitrag von clone »

Manati hat geschrieben:Wir leben nun mal in einer Marktwirtschaft, und da finde ich es völlig normal, als Kunde nach Preisnachlass zu fragen, den Markt zu kennen und seine Gegebenheiten ggf. auch zum Argumentieren zu benutzen.

Es steht dem Händler selbstverständlich frei, sich auf ein Verhandeln des Preises einzulassen oder eben auch nicht, ebenso wie es mir als Kunden freisteht, ein Angebot von ihm anzunehmen oder nicht.

Ich sehe darin keine moralische Frage. Und ein "Schnäppchenjäger" bin ich auch nicht.
Ich nehme einmal dein Posting zum Einstieg. :wink:

Ich hatte den Thread tatsächlich nicht als moralische Frage gestartet, sondern wollte im Prinzip ´einfach´ einmal wissen, wie eure Erfahrungen mit den Preisen sind. Das meinte ich völlig neutral und hätte es eventuell auch noch neutraler in der Ausgangsfrage formulieren können... .

Ich habe z.B. länger im Bereich Kunstgalerie gearbeitet und da werden gleich `Verhandlungsprozente´ in den ausgewiesenen Preis hineingerechnet. Das weiß der Kunde, das weiß der Künstler, das weiß der Galerist. Wenn ein Kunde den Preis blank zahlt, ist er im Grunde bei allen durch, da er als absoluter Laie gilt... . Sinn ist, dass sich am Ende alle gut fühlen. Der Kunde hat einen ordendlichen Preisnachlass, der Galerist und Künstler den Preis, den er sowieso´nur´ wollte.
That´s the Deal!
Und wenn man sich z.B. eine Collings kauft, möchte man sich ja auch gut fühlen aber sicher doch nicht den Händler um seinen Gewinn bringen.

Daher war die Frage was üblich ist.

Und wenn die Antwort lautet nichts bis wenig, dann ist auch gut.
Saitensprung

Beitrag von Saitensprung »

clone hat geschrieben: Ich habe z.B. länger im Bereich Kunstgalerie gearbeitet und da werden gleich `Verhandlungsprozente´ in den ausgewiesenen Preis hineingerechnet. Das weiß der Kunde, das weiß der Künstler, das weiß der Galerist. Wenn ein Kunde den Preis blank zahlt, ist er im Grunde bei allen durch, da er als absoluter Laie gilt... . Sinn ist, dass sich am Ende alle gut fühlen. Der Kunde hat einen ordendlichen Preisnachlass, der Galerist und Künstler den Preis, den er sowieso´nur´ wollte.
That´s the Deal!
Ich werde es nie verstehen. Warum nicht gleich einen Preis, der gilt und keiner ist der Depp.
Aber ich werde es wohl nie verstehen.
Nie!
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clone
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Beitrag von clone »

Saitensprung hat geschrieben:
clone hat geschrieben: Ich habe z.B. länger im Bereich Kunstgalerie gearbeitet und da werden gleich `Verhandlungsprozente´ in den ausgewiesenen Preis hineingerechnet. Das weiß der Kunde, das weiß der Künstler, das weiß der Galerist. Wenn ein Kunde den Preis blank zahlt, ist er im Grunde bei allen durch, da er als absoluter Laie gilt... . Sinn ist, dass sich am Ende alle gut fühlen. Der Kunde hat einen ordendlichen Preisnachlass, der Galerist und Künstler den Preis, den er sowieso´nur´ wollte.
That´s the Deal!
Ich werde es nie verstehen. Warum nicht gleich einen Preis, der gilt und keiner ist der Depp.
Aber ich werde es wohl nie verstehen.
Nie!
Eigentlich hatte ich genau das gerade erklärt... es ist ein Spiel, bei dem alle ein gutes Gefühl haben sollen. :wink:
TorstenW
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Beitrag von TorstenW »

Ich seh das ähnlich wie Saitensprung:
Ich hab auch ein gutes Gefühl, wenn ich ne tolle Gitarre mit nach Hause bringe.
Dazu brauch ich keinen 10% Preisnachlass, und der Händler freut sich sicher noch mehr, wenn er mehr Gewinn einstreichen kann..
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Herigo
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Beitrag von Herigo »

geht mal von einem anderen beispiel aus. man geht in ein restaurant und will gut essen. man nimmt ausser ein paar kalorien mehr eigentlich nichts mit nach hause. wenn es ein gelungenes essen, ein gelungener abend war, dann wenn alles passt. die küche war exzellent, die bedienung freundlich und aufmerksam, das ambiente angenehm, sogar die anderen gäste machten einen symphatischen eindruck.
obwohl man, wie gesagt nichts in den händen hält geht man mit einem guten gefühl nach hause.

ich habe im elektrofachhandel gelernt. obwohl schon jahrzehnte her, kenne ich also durchaus und ganz gut beide seiten.

die beziehung käufer - verkäufer hat auch was mit wertschätzung zu tun.
bügel ich einen nach rabatt fragenden kunden gleich ab, zeige ich ihm eine geringe bis keine. schon allein die antwort "bei dem preis wird es schwierig ich schau nochmal nach" (natürlich ist das eine professionelle antwort) ist für mich aber ok. selbst wenn danach kommt: "tut mir leid aber mehr als ein skonto kann ich dir nicht geben, brauchst du noch einen gurt oder saiten?"

von mir dann öfter: "ne du, bin zur zeit gut eingedeckt, aber du weißt ja wie das ist, wir müssen alle für unser geld arbeiten und irgendwie will man da doch verantwortungsvoll mit umgehen. wichtig ist mir, dass die gitarre das ist was sie zu sein scheint. wenn ich nach einiger zeit merke, dass das nicht die richtige entscheidung war, würde ich mich mehr ärgern als 20 euro zuviel bezahlt zu haben."

"du kannst es dir ja nochmal überlegen, wir reservieren dir die gitarre gerne für ein paar tage. außerdem kannst du die gitarre, wenn sie dir doch nicht gefällt bis zu 30 tagen zurückbringen und bekommst dein geld wieder". das wird immer öfter angeboten und ist fast wichtiger als ein paar prozente rabatt.

wenn man kauft trinkt man noch einen kaffee zusammen und unterhält sich etwas, verkäufer, gute verkäufer haben oft auch wertvolle tipps die auch geld wert sind. vielleicht kommt dann noch die bemerkung: "ich würde mir die gitarre auch kaufen wenn ich sie mir leisten könnte aber so viel verdienen wir ehrlicherweise nicht (der verkäufer, nicht der besitzer des ladens).

dann gibt es noch die service leistungen (keine rep.). zb. das ordern dreier modelle aus einer filiale. zum testen, obwohl man weiß, dass sie nicht alle drei gekauft werden (können).

alles so dinge die man sich was kosten lassen darf weil sie aus meiner sicht nicht unwichtig sind. ich mach das so und bin zufriedener als zu der zeit als ich noch sehr hart um den letzten cent feilschte. damals waren es allerdings noch pfennige.

mit anderen worten, ich bin heute gern ein gern gesehener kunde. ich denke, dass man damit mehr nutzen daraus ziehen kann als mit dem herauspressen des letzten cents. außerdem macht es noch mehr spaß, wenn man nicht im preiskampf-harnisch in den laden geht.
Salud a Familia
Herigo Carajillo de los Bomberos de Alemania
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wuchris
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Wohnort: Regensburg

Beitrag von wuchris »

clone hat geschrieben:
Saitensprung hat geschrieben:
clone hat geschrieben: Ich habe z.B. länger im Bereich Kunstgalerie gearbeitet und da werden gleich `Verhandlungsprozente´ in den ausgewiesenen Preis hineingerechnet. Das weiß der Kunde, das weiß der Künstler, das weiß der Galerist. Wenn ein Kunde den Preis blank zahlt, ist er im Grunde bei allen durch, da er als absoluter Laie gilt... . Sinn ist, dass sich am Ende alle gut fühlen. Der Kunde hat einen ordendlichen Preisnachlass, der Galerist und Künstler den Preis, den er sowieso´nur´ wollte.
That´s the Deal!
Ich werde es nie verstehen. Warum nicht gleich einen Preis, der gilt und keiner ist der Depp.
Aber ich werde es wohl nie verstehen.
Nie!
Eigentlich hatte ich genau das gerade erklärt... es ist ein Spiel, bei dem alle ein gutes Gefühl haben sollen. :wink:
Quatsch, is doch alles nur gefasel.

Wer sofort den Preis zahlt, der ausgeschrieben ist, ist selber schuld, um es auf den Punkt zu bringen. Bei niedrigpreisigen Produkten macht handeln keinen Sinn, bzw. erscheint fast unverschämt. Kauft man aber jenseits der 2000er Grenze irgendwas MUSS man handeln, man denke nur an Autokauf.
Ich weiß Leute, die bekamen auf einen neuen BMW ganze 6% und welche, die erreichte die 0% auch problemlos.
Der Händler hat sich bei beiden gefreut, ein Geschäft zu machen.

Genauso läufts doch bei Gitarren ab 1500 Euro. Dem Verkäufer bricht kein Zacken aus der Krone entweder 1450 zu machen oder eben halt Gurt, Kabel, Saiten, o.ä. draufzulegen, was dann dem Kunden im Endeffekt auch das Gefühl bringt, erfolgreich gejagt zu haben.

Wie schon geschrieben: das ist Marktwirtschaft und im Großen und Ganzen rechnen doch die Händler inzwischen damit, das gehandelt wird.
Der Ton macht die Musik und deshalb ist handeln nicht ehrlos, solange man nicht übers Ziel hinausschießt und unverschämt wird.
Saitensprung

Beitrag von Saitensprung »

wuchris hat geschrieben:
clone hat geschrieben:
Saitensprung hat geschrieben: Ich werde es nie verstehen. Warum nicht gleich einen Preis, der gilt und keiner ist der Depp.
Aber ich werde es wohl nie verstehen.
Nie!
Eigentlich hatte ich genau das gerade erklärt... es ist ein Spiel, bei dem alle ein gutes Gefühl haben sollen. :wink:
Quatsch, is doch alles nur gefasel.

Wer sofort den Preis zahlt, der ausgeschrieben ist, ist selber schuld, um es auf den Punkt zu bringen. Bei niedrigpreisigen Produkten macht handeln keinen Sinn, bzw. erscheint fast unverschämt. Kauft man aber jenseits der 2000er Grenze irgendwas MUSS man handeln, man denke nur an Autokauf.
Ich weiß Leute, die bekamen auf einen neuen BMW ganze 6% und welche, die erreichte die 0% auch problemlos.
Der Händler hat sich bei beiden gefreut, ein Geschäft zu machen.

Genauso läufts doch bei Gitarren ab 1500 Euro. Dem Verkäufer bricht kein Zacken aus der Krone entweder 1450 zu machen oder eben halt Gurt, Kabel, Saiten, o.ä. draufzulegen, was dann dem Kunden im Endeffekt auch das Gefühl bringt, erfolgreich gejagt zu haben.

Wie schon geschrieben: das ist Marktwirtschaft und im Großen und Ganzen rechnen doch die Händler inzwischen damit, das gehandelt wird.
Der Ton macht die Musik und deshalb ist handeln nicht ehrlos, solange man nicht übers Ziel hinausschießt und unverschämt wird.
Ja klasse, Danke! Selbst Schuld. Genau das ist es was ich nicht verstehe. Irgend wer setzt einfach fest, das bei Autos generell oder bei Gitarren ab 1500,- (wieso denn jetzt ab 1500) gehandelt wird, weil es da eine Spanne für den Händler, eine für den Hersteller und scheinbar auch eine für den Käufer - aber nicht für Doofe! - gibt, die irgendwo in den Wolken von irgendeinem Typen (war's jemand aus 1001 Nacht oder einer von Monty Python?) so festgelegt wurde. Und weil es ein Viertel eben nicht versteht, ein Viertel zwar nicht versteht, es aber dennoch versucht, ein Viertel es total versteht, weil das weiß doch jeder (dem letzten Viertel ist es einfach egal!) - jedenfalls sind alle die zum ersten Viertel gehören es selbst Schuld oder doof oder beides.

Mittlerweile stehen auf fast allen Lebensmitteln Deklarationen der Zutaten oder Hinweise wie "kann Spuren von Nüssen enthalten". Immer mehr fordern von Politikern, Banken und anderen wichtigen Geldwäschern, dass sie ihre Finanzen transparent machen. Der Trend geht jedenfalls mal zur Transparenz.
Sollen sie doch im Einzelhandel auch aufs Preisschild drucken, wie hoch die Händlermarge und was an Rabatt drinnen ist. Dieses Gefeilsche ab irgendeinem Fixbetrag ist eben vielen peinlich, weil sie auch oft doof angemacht werden, wenn sie es wagen, nach einem Rabatt zu fragen.
Wegen mir kann jeder feilschen und wenn es Erfolg bringt ist ja schön. Aber der Sinn erschließt sich mir immer noch nicht, warum man nicht gleich den günstigsten Preis weitergibt. Warum erst diese "ich könnte Ihnen einen Nachlass von 70,- geben" (warum eigentlich nie 75,99?) oder " Sie bekommen einen unserer Stoffgurte und einen Satz D'Addario Saiten dazu" oder "4 Winterreifen" (total billige, Testergebnis mangelhaft).
Ich wehre mich dagegen "selbst Schuld" zu sein, weil ich keine Feilschermentalität besitze. Und "doof" bin ich nur, weil ich auf so etwas anspringe.
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